Medientipp

 

Andersland

Matilda, Tochter einer Mexikanerin und eines Schweizers, wächst bei ihrem alleinerziehenden Vater in einem Schweizer Dorf auf. Ihr Onkel Tobias und dessen Partner Michael sind ein geliebter Teil ihrer kleinen Welt, die nach dem Tod ihres Vaters zerbricht. Sie würden sich gerne um Matilda kümmern, das Jugendamt verweigert ihnen jedoch das Sorgerecht. Zwei Männer, die gemeinsam ein Kind aufziehen? Undenkbar! Matilda wird von ihrer fremden Mutter, Lucia, nach Mexiko geholt. Tobias verzweifelt beinahe am Tod seines Bruders und dem Abschied von Matilda.
In Mexiko erwartet Matilda ein ganz neues Leben in liebevoller Umgebung, in der aber kein Platz für ihre Vergangenheit ist. Matilda erfindet sich immer wieder neu, übersteht Verluste und Umbrüche. Nach der Geburt ihres Sohnes kann sie sich nicht länger vor ihrer Vergangenheit verschliessen und bricht auf, um Antworten auf die vielen offenen Fragen in ihrem Leben zu finden.

Regula Portillo: Andersland, Bücherlese, 268 Seiten, 2020

   
 

Das kleine Weingut in der Toskana

Die Finanzanalytikerin Sarah aus London ist auf dem Weg in die Toskana, um dort das von ihrem Vater geerbte Weingut und die dazu gehörige Villa zu veräußern. Vor Ort, stellt sich das ganze jedoch etwas schwieriger dar als gedacht. Da zum einen das Haus sehr renovierungsbedürftig ist und zum anderen der Geschäftspartner ihres Vaters ebenso als Erbe eingetragen ist. Und der ist nicht nur gegen einen Verkauf, sondern auch noch ihre erste große Jugendliebe Tommaso. Während Sarah alles daran setzt, dass das Castello wieder im alten Glanz erstrahlt, schafft das Dolche Vita mit ihren Mediterranen Genüssen ein neues Lebensgefühl in Sarah. Dass Tommaso sich einerseits weigert ihr entgegen zu kommen und andererseits hilfreich zur Seite steht, macht es für Sarah nicht einfacher. Kann es doch zu einer gemeinsamen Einigung und Glück kommen.
Den Leser erwartet ein locker, leicht und flüssig geschriebener Liebesroman, der turbulent, witzig und sehr unterhaltsam ist.

Romy Sommer: Das kleine Weingut in der Toskana, Harper Collins, 383Seiten, 2020

   
 

Die Mühlenschwestern: Die Liebe kennt keine Grenzen

Als Fotografin um die Welt reisen! Das war immer Hannahs Traum. Und so liess sie die Heimat hinter sich, um das Leben durch ihr Kameraobjekt zu entdecken. Doch nun, mit Ende Zwanzig, kehrt Hannah traumatisiert nach Sternenmoos zurück. Ihre Welt ist nach einem tragischen Unfall in Südamerika nicht mehr dieselbe. Sie hofft, in der alten Mühle ihrer Tante Lou, bei ihren beiden Schwestern Rosa und Antonia, Trost zu finden. Doch kaum Zuhause angekommen, trifft sie auf Jakob, ihre grosse Liebe. Und Hannah wird klar, dass sie ihre Vergangenheit noch lange nicht hinter sich gelassen hat.
Jana Lukas erzählt von grossen Gefühlen und temperamentvollen Charakteren. Denn ihr Motto lautet: Es gibt nicht viele Garantien im Leben, aber zumindest in ihren Romanen ist ein Happy End garantiert.

Jana Lukas: Die Liebe kennt keine Grenzen, Heyne, 478 Seiten, 2020

   
 

Juni 53

Sommer 1953: Der Alltag in der noch jungen DDR ist beschwerlich. Nach wie vor fehlt es an allem. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung wächst, und die Zahl derer, die das Land verlassen, steigt unaufhörlich. Die SED-Regierung setzt mit harter Hand ihre Forderungen durch und verfolgt gnadenlos ihre Kritiker. Am siebzehnten Juni eskaliert die politische Lage. Es kommt landesweit zu gewalttätigen Protesten. Genau in dieser Nacht wird Oberkommissar Max Heller zu einem Dresdner Isolierungsbetrieb gerufen. Der ehemalige Eigentümer ist brutal ermordet worden. Der Mann wurde mit Glaswolle erstickt. Ist er ein Opfer der Aufständischen geworden? Aber Heller hat einen anderen Verdacht. Während er inmitten der Wirren des Volksaufstandes einen unberechenbaren Mörder sucht, drängt Karin auf eine Entscheidung. Sollen auch sie ihre Heimat aufgeben und in den Westen gehen oder sollen sie bleiben?
Mit den Bänden seiner historischen Kriminalroman-Reihe über den Dresdner Kommissar Max Heller landet der Autor regelmässig auf den Bestsellerlisten.

Frank Goldammer: Juni 53, dtv, 352 Seiten, 2020

   
 

Als wir von Freiheit träumten

Leicht ist das Leben für keine der Frauen im Holloway-Gefängnis in London im Jahr 1913 weder für die Inhaftierten noch für die Aufseherinnen. Doch Clara Cooper, die als Wärterin hier arbeitet, ist auch stolz auf die Unabhängigkeit, die ihre Arbeit und das selbstverdiente Geld mit sich bringen, denn dadurch konnte sie dem herrschsüchtigen Vater entkommen. Das Gleiche wünscht sie sich auch für ihre jüngere Schwester Nancy und verschafft dieser eine Anstellung in Holloway. Clara beobachtet zunächst mit Freude, später mit Sorge, wie Nancy sich von einer schüchternen zu einer selbstbewussten Frau verwandelt. Allerdings gehörte es nicht zu ihrem Plan, dass Nancy ihre Stelle aufgibt, um sich den Suffragetten anzuschliessen. Trost findet Clara in der Liebe zu dem sympathischen Ted. Doch gleichzeig ist diese Liebe die grösste Bedrohung für ihre geliebte Unabhängigkeit, denn als eine verheiratete Frau dürfte sie nicht mehr arbeiten.
Der Roman wird Sie von der ersten bis zur letzten Seite mitreissen.

Jon Walter: Als wir von Freiheit träumten, Lübbe, 315 Seiten, 2020

   
 

Das Gerücht

Die alleinerziehende Joanna zieht mit ihrem Sohn Alfie von London in eine kleine Stadt am Meer. Aber ihnen beiden fällt es schwer, sich in der neuen Umgebung einzuleben. Eines Tages hört Joanna von einem Gerücht, dass die Kindermörderin Sally McGowan, die als Zehnjährige einen fünfjährigen Jungen umbrachte, unter anderem Namen in ihrer Stadt leben soll. Vor Jahrzehnten machte der Fall Schlagzeilen, inzwischen ist die Mörderin längst aus dem Gefängnis entlassen. Ein Bild von ihr als erwachsene Frau gibt es nicht. Doch Joanna hat eine Vermutung, wer es sein könnte. Unbedacht und in dem Wunsch, endlich dazuzugehören, erzählt sie anderen Müttern von dem Gerücht. Sie ahnt nicht, was sie damit auslöst.
Ein mitreissender Debütroman. Jede Seite vibriert geradezu vor Spannung und einem Gefühl der Bedrohung bis hin zur letzten brillanten Wendung.

Lesley Karan: Das Gerücht, dtv, 396 Seiten, 2020

   

Hibiskustage

Sie waren einmal unzertrennlich: Izzy, Mel, Kerstin und Sarah. Doch nun sind sie fast vierzig, stehen mitten im Leben und sehen sich kaum noch. Umso grösser ist die Freude, als Izzy einlädt, ihren runden Geburtstag gemeinsam auf Hawaii zu feiern.
Kaum angekommen, verschlagen Schönheit und Blütenpracht der Insel den Freundinnen den Atem. Nur Izzy ist nicht da. Während die drei einen traumhaften, sonnendurchfluteten Tag nach dem anderen verbringen und spüren, wie der Zauber der Insel sie langsam wieder einander näherbringt, lässt Izzy sich immer aufs Neue entschuldigen. Langsam beschleicht die drei das Gefühl, dass ihre Freundin vor dem Wiedersehen zurückschreckt.
Was ist nur los?
Ein wunderbar gefühlvoller Sommerroman über vier Freundinnen und eine Reise, die alles verändert.

Sabine Lay: Hibiskustage, Penguin, 415 Seiten, 2020

   
 

Verity

Die Jungautorin Lowen Ashleigh bekommt ein Angebot, das sie unmöglich ablehnen kann: Sie soll die gefeierten Psychothriller von Starautorin Verity Crawford zu Ende schreiben. Diese ist seit einem Autounfall, der unmittelbar auf den gewaltsamen Tod ihrer beiden Töchter folgte, geistig nicht mehr ansprechbar. Lowen akzeptiert – auch, weil sie sich zu Veritys Ehemann Jeremy hingezogen fühlt. Während ihrer Recherchen im Haus der Crawfords findet sie Veritys Tagebuch und liest darin Erschreckendes: Hinter der Maske der gefeierten Starautorin verbirgt sich eine zutiefst gefährliche Psychopathin, die die Mitschuld am Tod ihrer eigenen Töchter trägt und auch ihren eigenen Unfall inszeniert hat.
Voller aufwühlender Emotionen, düster, faszinierend, schockierend, überraschend und nervenaufreibend bis zum Schluss. Das muss man zuerst einmal sacken lassen. Absolut gelungen!

Colleen Hoover: Verity, bold, 357 Seiten, 2020

   
 

Blaue Nächte

Deutschland in den Sechzigern: Lotte und Emil sind noch Kinder, als sei sich ineinander verlieben. Doch als Lottes Familie fortzieht, verlieren die sich aus den Augen. Jahre später begegnen sie sich im Tanzlokal Blue Nights wieder. Zwischen eng umschlungenen Paaren in Bluejeans und Minikleidern versprechen sie sich, dass sie sich genau hier wiederfinden werden, sollten ihre Wege je erneut trennen.
Fünfzig Jahre später jobbt die junge Milena im Blue Nights. Eines Abends begehrt ein alter Mann verzweifelt Einlass. Er behauptet, dass auf der Tanzfläche jemand auf ihn warte. Milena weist ihn ab, doch seine Bitte lässt sie nicht los. Sie taucht ein in die Vergangenheit des Blue Nights und stösst auf eine bewegende Liebesgeschichte.
Es gibt sie. Die grosse Liebe. Wunderbar romantisch geschrieben.

Rebekka Knoll: Blaue Nächte, Penguin, 332 Seiten, 2020

   
 

Felix und die Quelle des Lebens

Der zwölfjährige Felix wohnt mit seiner Mutter Fatou im Pariser Stadtteil Belleville. Lebensmittelpunkt der beiden ist das Café seiner Mutter, in dem sich eine bunte Schar von Stammgästen rührend um den heranwachsenden Jungen kümmert.
Eines Tages jedoch bricht Felix‘ Welt zusammen, denn seine lebenslustige Mutter fällt nach einem ausweglosen Streit mit den Behörden in eine tiefe Depression. Die hübsche Frau, die einst das Glück verkörperte, ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Aus dem fernen Senegal kommt Onkel Bamba angereist, um Felix zu erklären, dass Fatou tot sei, da sich ihre Seele davongemacht habe. Doch wie kann man eine lebende Tote erwecken? Felix und Fatou reisen an den Ort, wo Fatou geboren wurde. An den Ufern des Senegal-Flusses hoffen sie, Fatous Lebensgeister wiederzuerwecken.
Ein optimistischer Roman voller Lebenskraft und Humor.

Eric-Emmanuel Schmitt: Felix und die Quelle des Lebens, C. Bertelsmann, 221 Seiten, 2020

   
 

Villa Conrad

Das Schicksal einer Familie
Frankfurt in den Goldenen Zwanzigern: Der Grossindustrielle Günther Conrad befindet sich auf dem Höhepunkt seiner Macht. Doch während seine älteste Tochter Clara alle Erwartungen erfüllt und den Unternehmer Eduard Jungbluth heiratet, entpuppt sich Conrads Sohn und künftiger Nachfolger Raiko als Pantoffelheld. Die meisten Sorgen bereiten Conrad aber seine beiden jüngsten Kinder, die Zwillinge Sophia und Ludwig. Sie verbringen ihre Zeit lieber mit Schauspielern als in der besseren Gesellschaft. Als sich Sophia in den Sinto Vincent Rubrik verliebt, bahnt sich mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten eine Katastrophe an. Denn Sophia geht für ihre Liebe Risiken ein, die sie und ihre Familie in den Abgrund zu reissen drohen.

Nora Elias: Villa Conrad, Goldmann, 571 Seiten, 2020

   
 

Shalom Berlin

Nach der Veröffentlichung über die Schändung eines Artikels eines jüdischen Berliner Friedhofs wird die Journalistin Hanna Golden anonym per Mail mit dem Tod bedroht. In ihrer Angst wendet sie sich an die Polizei. Den Fall übernimmt Alain Liebermann, Mitglied des Mobilen Einsatzkommandos Staatsschutz und Spezialist für Terrorbekämpfung. Erscheint der Fall zunächst beinahe harmlos, eskaliert er doch bald. Aus Worten werden brutale, mysteriöse Taten, deren Folgen Alain und seine grosse jüdische Familie bis in die Grundfesten erschüttert.
Ein brisanter Fall um Antisemitismus, Angst und Gewalt. Shalom Berlin ist der Auftaktband zu einer hochspannenden Krimiserie.
Der Autor Michael Wallner ist ein renommierter Schauspieler und mehrfach ausgezeichneter Regisseur für Theater und Oper.

Michael Wallner: Shalom Berlin, Piper, 286 Seiten, 2020

   
 

Die nach den Sternen greifen

Rügen im Jahr 1924. Weiss und prächtig steht es an der Uferpromenade von Binz: das imposante Grand Hotel der Familie von Plesow. Vieles hat sich hier abgespielt, und es war nicht immer einfach, trotzdem blickt Bernadette voller Stolz auf ihr erstes Haus am Platz. Hier hat sie ihre Kinder grossgezogen: den ruhigen Alexander, der einmal der Erbe des Grand Hotels sein wird. Josephine, die rebellische Künstlerin, die ihren Weg noch sucht, und den umtriebigen Constantin, der bereits sein eigenes Hotel, das Astor, in Berlin führt.
Alles scheint in bester Ordnung. Natürlich gibt es hier und da Streitigkeiten mit der Tochter, und irgendetwas stimmt auch nicht mit dem sonst so fröhlichen Zimmermädchen Marie, aber all das ist nichts gegen das, was der unangekündigte Besuch eines Mannes auslösen könnte, der Bernadette damit droht, ihr dunkles Geheimnis aufzudecken.
Der erste Band einer opulenten Familiensaga mit einer starken Frau, die ihren Weg geht.

Caren Benedikt: Die nach den Sternen greifen, Blanvalet, 525 Seiten, 2020

   
 

Alles Ist möglich

Da sind zwei Schwestern: Die eine gibt für die Ehe mit einem reichen Mann ihre Selbstachtung auf, während die andere sich von einem Buch inspirieren lässt, ihr Leben zu ändern. Der Hausmeister der Schule will einem Aussenseiter helfen und stürzt dabei in eine Glaubenskrise; eine erwachsenen Frau sehnt sich immer noch wie ein Kind nach der Liebe der Mutter und kann nicht akzeptieren, dass die Mutter in einem fremden Land mit einem neuen Mann glücklich ist. Und Lucy Barton, eine in New York erfolgreiche Schriftstellerin, kehrt nach siebzehn Jahren zum ersten Mal in ihre Heimat Amgash zurück, ein kleines Kaff zwischen Mais- und Sojabohnenfeldern in Illinois, um ihre Geschwister zu besuchen.
In ihrem Roman erzählt Elizabeth Strout unvergessliche Geschichten über die Leute einer Kleinstadt im Mittleren Westen, die wie alle Menschen überall von Liebe und Glück träumen, aber oft Kummer und Schmerz erleben.

Elizabeth Strout: Alles ist möglich, Luchterhand, 249 Seiten, 2020

   
 

Die Weberbauern

Ein Treppensturz in dunkler Nacht beendet das Leben von Albin Ahorn. Er war der letzte Ahorn in Bethenrüti, einem Weiler im Appenzeller Vorderland. Albin hinterlässt ein kein Vermögen, aber ein Bündel handgeschriebener Papiere. Sie bilden die Grundlage für die Erzählung der Familiengeschichte der Ahorn. Veröffentlicht wird sie von einem nahen Verwandten, der aus Zürich ins Appenzellerland zurückgekehrt ist, und den unschätzbaren Wert dieser Notizen für die Nachgeborenen erkennt. Albin wollte dem entbehrungsreichen Leben seiner Vorfahren ein Denkmal setzten.
Seine Geschichte beginnt mit seinen Eltern. Der Vater stirbt kurz nach Albins Geburt im Jahr 1920. Darum wächst Albin bei seinen Grosseltern in der Bethenrüti auf. Er verbringt sein ganzes Leben dort. Nach dem Tod seiner Grosseltern hat er eine Erscheinung, die ihm keine Ruhe mehr lässt. Er sieht in seiner Stube einen Vorfahren stehen, der ihn auf eine Reise in die Vergangenheit seiner eigenen Familie einlädt.

Walter Züst: Die Weberbauern, Appenzeller, 222 Seiten, 2020

   
 

Stadt der Träume

San Francisco, Anfang des 20. Jahrhunderts. Harriet Caldwell ist die Reederstochter, behütet, klug und technisch interessiert. Die Waterfront mit ihren Schiffen, Werften und Lagerhallen, das ist ihre Welt. Doch als ihr Vater, der Gründer der angesehenen Caldwell Shipping Company, einen Schlaganfall erleidet, ist es keineswegs klar, dass sie ihn vertreten darf. Hass und Intrigen kommen in der Familiendynastie ans Licht, als Harriet sich langsam nach oben kämpft. Da hilft es wenig, dass immer wieder der junge Abenteurer Frank Maynard ihren Weg kreuzt, der sie von einem ganz anderen Leben überzeugen will und sich unverhofft im Stummfilmgeschäft wiederfindet.
Sie alle werden auf härteste Proben gestellt, als es 1906 zur Katastrophe kommt. Ein schweres Erdbeben erschüttert die Stadt.
Dies ist der erste Teil der Caldwell-Saga, die von den Anfängen Kaliforniens von San Francisco bis Hollywood erzählt.

Kate O’Hara: Stadt der Träume, Knaur, 411 Seiten, 2020

   
 

Winteraustern

Der Plan ist eigentlich eine nostalgische Bootsfahrt. Auf dem Bassin d’Arcachon will Commissaire Luc Verlain mit seinem todkranken Vater dessen ehemalige Wirkungsstätte besuchen – denn einst war Monsieur Verlain selbst ein erfolgreicher Austernzüchter. Doch die Bootstour endet jäh, als sie auf die übel zugerichteten Leichen zweier junger Männer stossen. Handelt es sich um Austerndiebe, die den Austernmogul der Region um einen Teil seines Festtagsumsatzes bringen wollen? Eines Umsatzes, der enorm sein dürfte, schliesslich sind in Frankreich weder Weihnachten noch Silvester ohne die edlen Meeresfrüchte denkbar. Auch die örtliche Polizei, die Nacht für Nacht auf dem Bassin patrouilliert und die Austern bewacht, tappt im Dunkeln.
Ziehen sie sich warm an für Luc Verlains kältesten Fall, eine mörderische Jagd auf dem verschneiten Atlantik.

Alexander Oetker: Winteraustern, Hoffmann und Campe, 320 Seiten, 2020

   
 

Mord im Parkhotel

Ein heisser Sommer in Luzern und eine Frauenleiche im Stadtpark. Woher weiss die Reporterin der Luzerner Zeitung über die brisante Neuigkeit?
Andy Walker, ein verschrobener Kriminalbeamter, steht vor dem schwierigsten Fall seines Lebens. Kennt er die Tote? Welche Rolle spielt der Frührentner, der auf der Treppe des Hotels Schweizerhof tot zusammengebrochen ist? Und wer ist die geheimnisvolle Fremde auf dem Friedhof?
Walkers Ermittlungen gestalten sich schwierig. Geplagt von Gewissensbissen und der Angst, selber in den Kreis der Verdächtigen zu geraten, versucht er verzweifelt gegen die Zeit und die sengende Hitze zu recherchieren. Dabei greift er zu ungewöhnlichen Massnahmen. Seine Recherchen führen ihn nach Vitznau am Vierwaldstättersee.
Ein Fall, der unter die Haut geht, ein Thema, aktueller denn je und superspannend.

Silvia Götschi: Mord im Parkhotel, Cameo, 405 Seiten, 2020

   
 

Der Wintersoldat

Lucius ist 22 Jahre alt und ein hochbegabter Medizinstudent in Wien, als der erste Weltkrieg ausbricht. In der Vorstellung, an einem gut ausgestatteten Lazarett schnell Erfahrung sammeln zu können, meldet er sich freiwillig. tatsächlich landet er im eisigen Winter 1914 in einem abgelegenen Dorf in den Karpaten, in einer zum Behelfshospital umfunktionierten Kirche. Allein mit einer rätselhaften, jungen Nonne namens Margarete, muss er die schwer Verletzten versorgen, er, der noch nie ein Skalpell geführt hat. Margarete bringt ihm alles bei, und als sie sich verlieben, auch das. Aber wer ist sie wirklich?
Daniel Masons grossartig geschriebener, aufwühlender Roman erzählt eine Geschichte von Krieg und Heilung, von Liebe gegen alle Wahrscheinlichkeit, von verhängnisvollen Fehlern und von Sehnsucht und Sühne.

Daniel Mason: Der Wintersoldat, C.H.Beck, 430 Seiten, 2020

   
 

Aufbruch in ein neues Leben

Drei junge Frauen beginnen im Juli 1917 ihre Ausbildung zur Hebamme an der neueröffneten Frauenklinik in Neukölln bei Berlin. Edith Stern, die aus reichen Verhältnissen stammt und sich gegen den Willen ihrer Eltern für die Ausbildung entschieden hat. Die Arbeitertochter Margot Bach, die all ihre Hoffnungen auf ein besseres Leben in die Ausbildung zur Hebamme legt. Luise Mertens ist bei ihrer Grossmutter, einer Hebamme, in Ostpreussen, aufgewachsen und will in ihre Fussstapfen treten. Eines ist ihnen gemeinsam: Sie träumen von Unabhängigkeit und davon, Frauen in den schwierigen Kriegszeiten zu helfen.
Die grosse Hebammen-Saga: Linda Winterberg erzählt berührend und authentisch von drei jungen Frauen und ihrem Weg in die Unabhängigkeit.

Linda Winterberg: Aufbruch in ein neues Leben, Aufbau, 385 Seiten, 2020

   

Die illegale Parrerin

Das Leben von Greti Caprez-Roffler 1906-1994
Am 13. September 1931 tut das Bündner Bergdorf Furna etwas, was zuvor noch keine Gemeinde der Schweiz gewagt hat. Es wählt eine Frau zur Pfarrerin: Greti Caprez-Roffler, 25 Jahre alt, Theologin und Mutter. Ein Skandal, der bis nach Deutschland Schlagzeilen macht. Nach ihrem Tod begibt sich die Enkelin auf die Spuren der ersten vollamtlichen Schweizer Gemeindepfarrerin. Sie stösst auf die aussergewöhnliche Emanzipationsgeschichte einer Frau, die für sich in Anspruch nahm, was damals für viele undenkbar war: ihrer Berufung nachzugehen, Mutter zu sein, eine glückliche Liebe und eine erfüllte Sexualität zu leben. Eine Frau, deren Mut einen hohen Preis hatte nicht nur für sie.
Spannend wie ein Roman, das facettenreiche Porträt einer Schweizer Pionierin in der damaligen Zeit.

Christina Caprez: Die illegale Pfarrerin, Limmat, 385 Seiten, 2020

   
 

Nahrs letzter Tanz

Nahr ist erst Mitte dreissig, als sie ihr Leben Revue passieren lässt. Seit Jahren sitzt sie in Einzelhaft im Hochsicherheitstrakt eines israelischen Gefängnisses. Was nun folgt, ist die bewegende Geschichte einer kämpferischen Frau, die als Tochter palästinensischer Flüchtlinge ohne Heimat aufwächst. Von klein auf lernt Nahr, dass ihre Familie in Kuwait nur geduldet ist und nicht aufbegehren darf. Doch nach einer gescheiterten Ehe weiss sie, dass sie das traditionelle Leben ihrer Grossmutter und Mutter nicht fortführen kann. Sie geht ihren eigenen Weg, muss Gewalt und Demütigung ertragen, bis sie in Palästina Bilal begegnet. Durch ihn entdeckt sie, was Liebe zu geben vermag, und setzt sich voller Stolz für ihre Heimat ein. So zieht der Widerstand gegen die israelische Siedlungspolitik, den Bilal organisiert, auch Nahr immer mehr in seinen Bann. Die Folgen sind unausweichlich.

Susan Abulhawa: Nahrs letzter Tanz, Diana, 430 Seiten, 2020

   
 

Wisting und der Tag der Vermissten

Jedes Jahr nimmt sich Kommissar William Wisting die Fall Akte von Katharina Haugen vor. Immer am Jahrestag ihres Verschwindens vor 24 Jahren. Dieser Cold Case lässt ihm keine Ruhe, er spürt einfach, dass ein Verbrechen begangen wurde, auch wenn er es bisher nicht beweisen kann. Die junge Frau tauchte nie wieder auf - weder tot noch lebendig. In diesem Jahr sind zwei Dinge anders: Adrian Stiller, ein Ermittler der Cold-Case-Unit in Oslo, stösst auf eine Verbindung zu einem anderen Fall – die Fingerabdrücke von Martin Haugen, dem Ehemann der Vermissten, wurden an einem Tatort sichergestellt. Und als Wisting Haugen befragen will, ist dieser erstmals in all den Jahren nicht auffindbar, sondern spurlos verschwunden.
Jørn Lier Horsts Bücher gehören zum Besten, was der Skandinavien-Krimi zu bieten hat. Sie sind grossartig konzipiert, machen süchtig und haben unvergessliche Charaktere.

Jørn Lier Horst: Wisting und der Tag der Vermissten, Piper, 447 Seiten, 2020

   
No Exit

Diese Nacht. Überlebst du nicht
Bei einem nächtlichen Schneesturm in den Bergen von Colorado sucht die junge Darby Thorne Schutz in einer Aussichtshütte am Strassenrand. Hier gibt es ein paar Zimmer und das Nötigste, um die Nacht zu verbringen. Darby ist nicht allein. In der Hütte haben sich einige Versprengte eingefunden, denen es ähnlich geht wie ihr. Nette Menschen. Doch als Darby auf der Suche nach einem stabilen Handynetz noch einmal auf den Parkplatz geht, macht sie eine Entdeckung, die schlagartig alles verändert. Als sie vor einem Van steht, sieht Darby plötzlich die Hand eines Mädchens an die Heckscheibe schlagen – eines Mädchens, das mit Ketten gefesselt ist. Der psychopathische Kidnapper muss unter den Menschen in der Hütte sein – ein Wolf im Schafspelz. Völlig abgeschottet von jeglicher Hilfe beginnt für Darby ein gnadenloser Überlebenskampf.

Taylor Adams: No Exit, Heyne, 413 Seiten, 2019
   
Die Australierin

Die spannende Geschichte einer Auswanderung, die auf wahren Begebenheiten beruht und Band 1 der Australiensaga von Ulrike Renk ist.
Als Tochter eines Werftbesitzers wächst Emilia in Hamburg auf. Sie soll eine gute Partie machen, aber nicht den Mann, in den sie sich verliebt hat. Carl Gotthold Lessing ist der Grossneffe des berühmten Dichters. Er hat ein Kapitänspatent erworben und sich Geld geliehen, um ein Schiff zu bauen. Er will Emilia heiraten, doch ihre Familie ist strikt gegen diese Verbindung. Die beiden beginnen, nachdem Lessing von seiner ersten grossen Fahrt zurückgekehrt ist, eine Affäre. Als ein Hausmädchen sie verrät, kommt es zum Bruch mit ihren Eltern, und Emilia beschliesst, mit Carl zu reisen. In Südamerika kommt ihr erstes Kind zur Welt, in Hamburg das zweite. Doch sie haben ein Ziel und das ist Australien.

Ulrike Renk: Die Australierin, atb, 539 Seiten, 2019
   
Das Erbe

München 1938. Die junge Klara belauscht an der Salontür ein Gespräch zwischen ihrem Vater und ihrem Vermieter, dem jüdischen Unternehmer Jakob Roth. Es geht um die bevorstehende Auswanderung der Roths und ein geheimes Abkommen.
Spätsommer 2018. Über Nacht ist Mona Lang reich. Ihre Grosstante hat ihr ein grosses Haus in München-Schwabing vermacht, denn sie war sich sicher: „Mona wird das Richtige tun.“ Was damit gemeint ist, versteht Mona nicht. Doch kaum hat sie Klaras Erbe angetreten, kommt sie einer Intrige auf die Spur, die sich um die Vergangenheit des Hauses rankt und um ihre Familie.
In ihrem gross angelegten Roman „das Erbe“ erzählt Ellen Sandberg vor dem Hintergrund der jüngeren deutschen Vergangenheit eine packende Familiengeschichte, die einem unter die Haut geht.

Ellen Sandberg: Das Erbe, Penguin, 501 Seiten, 2019
   
  Wir haben zahlreiche englische Reader in unserem Angebot. Bei weiteren Fragen beraten wir Sie gerne.